Pädagogisches Konzept
Dieses Konzept bietet einen Einblick in meine pädagogische Arbeit, meine Erziehungsziele, Förderung der Kinder und des Tagesablaufs. Ich freue mich, dass Sie sich dafür entschieden haben, Ihr Kind in einer Kindertagespflege in liebevoller Atmosphäre betreuen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Rahmenbedingungen der Kindertagespflege
- Größe der Kindertagespflegestelle
- Räumlichkeiten
- Öffnungszeiten
- Lage der Kindertagespflege
2. Übersicht – Tagesablauf
3. Erziehungsziele
4. Pädagogische Elemente im Tagesablauf
- Erstkontakt und Eingewöhnung
- Erziehungspartnerschaft
- Partizipation, Kinderrechte und Kinderschutz
- Geburtstag
- Abschiede
- Körperhygiene
- Essen
- Sauberkeitserziehung
- Schlafen
5. Die pädagogische Arbeit
- Im richtigen Umfeld lernen und spielen
- Rituale, Regeln und Freiräume
- Die 10 Bildungsbereiche
- Das Spiel
6. Bildungsdokumentation
7. Qualitätsentwicklung und -sicherung
8. Eigene Person
9. Schlusswort
1. Rahmenbedingungen der Kindertagespflegestelle
1.1 Größe der Kindertagespflegestelle
Eine 72m2 große Wohnung, die auf die Kinder ausgerichtet und eingerichtet ist.
Eine eigene Terrasse mit Spielmöglichkeit direkt an der Wohnung.
1.2 Räumlichkeiten
Alle Räume befinden sich im Erdgeschoss. Die Kindertagespflege befindet sich in einem Dreiparteienhaus. Parkplätze befinden sich direkt vor dem Haus.
Der Eingang ist über die Terrasse erreichbar. Im Flur befindet sich eine kindgerechte Garderobe für bequemes Ankommen.
Der Spielbereich ist offen gestaltet und jederzeit einsehbar.
Ein einladender Essbereich mit Tisch und Hochstühlen, wo wir gemeinsam Frühstücken, Mittagessen und den Nachmittagssnack essen.
Ein Badezimmer mit kindgerechten WC- und Waschmöglichkeiten.
Geschlafen wird im extra dafür eingerichtetem Schlafzimmer, in dem jedes Kind sein eigenes Bett hat.
1.3. Öffnungszeiten
Montags bis Freitags
von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr
1.4 Lage der Kindertagespflege
Die Kindertagespflege liegt in dem Wohngebiet Erftstadt Lechenich mit Parkplätzen direkt vor der Tür.
Die große Terrasse, mit eigenen Spielgeräten, befindet sich direkt an der Einrichtung und ist über den inneren Spielbereich direkt zu erreichen.
In der Nachbarschaft befinden sich fußläufig ein Spielplatz und verschiedene Geschäfte.
Die Autobahnverbindung ist nur 5 Minuten mit dem Auto entfernt.
2. Übersicht – Tagesablauf
08:00 – 8:30 Bringzeit – kurzer Austausch mit den Eltern
08:30 – 9:00 Freies Spiel
09:00 – 9:30 Frühstück
09:30 – 11:00 Freies Spiel/ Garten/ Basteln
11:00 – 11:30 Stuhlkreis
11:30 – 12:00 Mittagessen
12:00 – 12:30 Umziehen für den Mittagsschlaf
12:30 – 14:30 Mittagsruhe
14:30 – 15:00 Freies Spiel
15:00 – 15:30 Nachmittags – Snack
15:30 – 16:00 Abholzeit
16:00 Die Einrichtung schließt
Je nach Jahreszeit und Wetter variiert die Zeit, die wir im Garten verbringen natürlich.
Der Tagesablauf passt sich immer den Bedürfnissen der Kinder an.
3. Erziehungsziele
Ich möchte, dass Ihr Kind zu einer selbstbewussten und eigenständigen Persönlichkeit heranwächst, die sich ihrer eigenen Gefühle bewusst wird, lernt damit umzugehen und Andere in ihren Gefühlen zu respektieren und zu achten.
Ich begleite und fördere die natürliche Entwicklung Ihres Kindes und lege großen Wert auf die Vermittlung von Wissen, das Erleben der eigenen Umwelt und die Förderung von Stärken.
Was kann das Kind in der Betreuung erlangen?
- Selbstvertrauen
- Eigenständigkeit
- Emotionale und soziale Kompetenz
- Physische und psychische Gesundheit
Besonders am Herzen liegt mir die Sicht auf die Kinder. Kinder sind vollwertige Menschen, sie fühlen, sie denken, sie erleben und verinnerlichen. Jedes Kind hat eine eigene Persönlichkeit, Stärken, eine ganz eigene Art zu handeln und eine eigene Geschichte.
Uneingeschränkte Annahme des Kindes durch Liebe, Respekt und Wertschätzung, sowie individuelle Förderung und das Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes sind essentiell. Dabei orientiert sich die Erziehung und Förderung ganz an den persönlichen Bedürfnissen des Kindes. Ich ermutige die Kinder, neue Herausforderungen anzugehen und zu meisten.
4. Pädagogische Elemente im Tagesablauf
4.1 Erstkontakt und Eingewöhnung
Die Vermittlung der Betreuungsplätze wird über die Stadt Erftstadt geleitet. Alternativ haben die Eltern auch die Möglichkeit in Eigeninitiative die Kindertagespflegepersonen zu kontaktieren. Interessierte Eltern machen mit mir einen Termin aus für einen Hausbesuch. Bei diesem zeige ich alle Räumlichkeiten, bespreche den Ablauf und beantworte Fragen der Eltern.
Die Eingewöhnung dauert in der Regel 1-3 Wochen, je nach Bedarf des einzelnen Kindes.
Sie endet, nachdem das Kind die Einrichtung erfolgreich zwei Tage voll besucht hat und orientiert sich am Berliner Modell.
Wie gestaltet sich die Eingewöhnung?
- Es gibt kurze, aber häufige Besuche in der Kindertagespflege
- Ihr Kind kann gerne das Lieblingstier oder etwas Vertrautes von zu Hause mitbringen.
- Elternteil und Kindertagespflegeperson tauschen sich freundlich und entspannt untereinander aus.
Das ist sehr wichtig für die Annahme der Kindertagespflegeperson von Kinderseite.
- Gemeinsam entdecken wir die Räumlichkeiten, sprechen und spielen miteinander.
- Sobald das Kind mich als Vertraute angenommen hat, verlassen Sie für einen
bestimmten Zeitraum die Einrichtung, bleiben allerdings erreichbar.
- Von Tag zu Tag vergrößern wir die Zeiträume, bis das Kind sich vollkommen sicher fühlt und
freudig den ganzen Tag in der Kindertagespflege verlebt.
4.2. Erziehungspartnerschaft
Im Dialog zu bleiben ist Ausdruck des Verständnisses der gemeinsamen Verantwortung für die Entwicklung des Kindes. Die alltägliche Kommunikation in der Übergangsphase beim Bringen und Abholen gibt dem Kind einerseits die Sicherheit, dass sich beide Betreuungsparteien miteinander verbunden sehen und Interesse aneinander haben, andererseits sind diese Situationen eine Gelegenheit für regelmäßigen Austausch von Informationen.
Diese täglichen Begegnungen sind wichtige Elemente der „Beziehungspflege“ zwischen den Bildungs- und Erziehungspartnern. Sie unterstreichen das gemeinsame Interesse am Kind und ermöglichen den Eltern sie so wertvolle regelmäßige Teilhabe an den Entwicklungsschritten ihres Kindes, auch wenn diese während ihrer Abwesenheit stattfinden.
4.3 Partizipation, Kinderrechte und Kinderschutz
Die Kinderrechte basieren auf vier Grundprinzipien. Dem Diskriminierungsverbot, dem Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, dem Beteiligungsrecht und dem Kindeswohlvorrang.
Alle Kinder haben das Recht auf Gleichheit, Gesundheit, Bildung, Spiel und Freizeit, freie Meinungsäußerung und Beteiligung, Schutz vor Gewalt und Schutz der Privatsphäre und Würde.
Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und ein Recht auf Schutz vor Gefahren für ihr Wohl. Der Schutzauftrag für mich als Kindertagesperson nach §8a SGB VIII besagt, dass ich wichtige Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung erkenne, das Gefährdungsrisiko unter Hinzuziehung einer Kinderschutzkraft einschätze und Hilfeangebote aufzeige. Ich versuche stets transparent mit den Erziehungspartnern zu bleiben. Im Kinderschutzfall kann es sein, dass ich auch ohne Einverständnis der Erziehungsberechtigten Informationen an das Jugendamt weitergebe. Hier steht Kinderschutz über dem Datenschutz.
4.4 Geburtstag
Geburtstage werden bei uns in gemeinsamer Runde nach dem Frühstück gefeiert. Das Geburtstagskind erhält eine Geburtstagskrone und eine kleine Überraschung. Die Eltern geben bitte vorher Bescheid, ob sie dem Kind etwas zum Feiern mitgeben wie zum Beispiel: Kuchen, Kekse, Gemüse oder Obst.
Das Geburtstagskind bekommt einen extra geschmückten Esstisch. Gemeinsam singen wir ein Geburtstagslied welches ich auf der Gitarre begleite. Im Stuhlkreis darf sich das Geburtstagskind ein besonderes Spiel oder Lied wünschen.
4.5 Abschiede
Verlässt das Kind die Kindertagespflege, so ist dies mehrere Wochen vor dem Abschied bekannt zu geben und wird zum Thema in der Gruppe.
Es ist wichtig alle Kinder, besonders das betroffene Kind selbst, auf die bevorstehende Veränderung vorzubereiten.
Wie gestaltet sich so ein Abschied?
- Wir lesen und besprechen Bücher vom Kindergarten und/oder zum Thema Abschied.
- Es ist wichtig im Kind Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt zu wecken.
- Es gibt eine kleine Abschiedsfeier und ein Erinnerungspräsent
4.6 Körperhygiene
Wann waschen wir uns die Hände?
- Vor und nach dem Essen, sowie nach dem Spielen im Garten und/oder dem Malen und
Basteln.
Wann werden die Kinder gewickelt?
- Je nach dem Bedarf und nach Vereinbarung
4.7 Essen
Es gibt feste Essenszeiten. Zum einen das Frühstück um 9:00 Uhr und das Mittagessen zwischen 11:30 und 12:00. Der Essensplan wechselt. Zur Orientierung der Eltern hängt jeden Montag der neue „Kombüsenplan“ im Eingangsbereich an der Pinnwand.
Das Mittagessen wird täglich frisch gekocht. Ich achte darauf, dass es maximal zweimal mal in der Woche Fleisch gibt und lege Wert auf regionale und saisonale Produkte. Allergien, Unverträglichkeiten, spezielle Diäten und religiöse Essensvorgaben werden im Vorfeld besprochen und vertraglich festgehalten.
Gemeinsam setzen wir uns an unseren Esstisch. Die Kinder sitzen auf kindgerechten Stühlen. Mir ist wichtig, dass Kinder ein gesundes Bewusstsein gegenüber ihrem Hunger- und Sättigungsgefühl entwicklen. Kein Kind wird dazu gedrängt, seinen Teller leer zu essen. Ich achte darauf, dass während den Mahlzeiten nicht gespielt wird und die Kinder genügend Zeit zum Essen haben. Nachdem alle Kinder satt, sind stehen wir gemeinsam auf. Ich mache mit den Kindern alles gemeinsam, da die Vorbildfunktion für Kinder sehr wichtig ist. Im Anschluss geht es zum Mittagsschlaf.
Nach dem Mittagsschlaf reiche ich einen kleinen Snack, einen Joghurt, eine Quarkspeise, Obst oder Gemüse. Wenn die Tage länger sind, geht es nach dem Mittagsschlaf noch ins Freispiel. Der Snack erfolgt dann erst kurz vor der Abholung.
4.8 Sauberkeitserziehung
Die Kontrolle über den Schließmuskel entwickelt sich erst zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr eines Kindes. Ebenso entwickelt sich hier das Bewusstsein Urin zu halten. In dieser Entwicklungsphase interessieren sich die Kinder für ihren eigenen Körper und ihre Ausscheidungen.
Was ist für den Erfolg der Sauberkeitserziehung wichtig?
- Wenn möglich im Sommer beginnen, da die Kinder hier wenig Kleidung tragen.
- Body gegen Unterhemd und Unterhose tauschen.
- Pamperstrainer (Höschenwindeln) nutzen.
- Hosen anziehen, deren Verschluss das Kind selber öffnen kann.
- Lob aussprechen, bei einem kleinen Malheur weiterhin ermutigen und nicht schimpfen!
Nur wenn die Sauberkeitserziehung positiv und ohne Druck und Zwang verläuft, erhält das Kind ein positives Körper- und Selbstwertgefühl.
4.9. Schlafen
In der Kindertagespflege schlafen die Kinder meist von 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr. Vor dem Schlafen ziehe ich die Kinder um, damit sie bequeme Kleidung für einen ruhigen und erholsamen Schlaf tragen. Die Schlafkleidung passt sich der jeweiligen Jahreszeit an und wird von den Eltern mitgegeben. Die Kinder haben alle ein eigenes Bett und eigene Bettwäsche. Darüber hinaus gibt es ein Fach für mitgebrachten Windeln, Pflegeprodukte, Feuchttücher und Wechselwäsche.
Damit die Kinder in ihrem Betten zur Ruhe finden, singe ich noch ein ruhiges Schlaflied oder lasse ein Hörspiel laufen. Anschließend erkläre ich leise, dass ich noch aufräumen müsse und auf sie aufpasse. Leise verlasse ich den Raum.
Auch wenn die Kinder anfangs öfter rufen, ist es wichtig, dem Ruf immer wieder zu folgen, da sonst kein Vertrauen entstehen kann.
5 Die Pädagogische Arbeit
5.1 Im richtigen Umfeld lernen und spielen
Sicherheit erlangen die Kinder durch die Strukturierung eines jeden Tages, durch Phasen des Freispiels, die gemeinschaftlichen Aktivität, der gemeinsamen Mahlzeiten, Rituale und die in der kleinen Gruppe vorherrschenden Geborgenheit. Darüber hinaus durch einen klar und ordentlichen gestalteten Spielraum, der in Entwicklungs- bzw. Lernbereiche geordnet ist und in Regalen mit jederzeit zugänglichem Spielzeug für die Kinder.
5.2. Rituale, Regeln und Freiräume
Im Tagesablauf gibt es viele Rituale, durch die die Kinder spielerisch Geduld lernen und Freude am Miteinander erfahren. So wird der Tagesablauf verinnerlicht und Regeln werden verstanden und geachtet. Rituale beginnen schon bei der Ankunft. Eine herzliche Begrüßung, Wechseln der Straßenschuhe, Ablegen der Sachen, die Trinkflasche mit in den Gruppenraum nehmen.
Im Anschluss das gemeinsame Frühstück und dessen Ablauf, die Stuhlkreisspiele, das Aufräumen, das Rausgehen, gemeinsames Mittagessen, das Schlafengehen sowie das Wecken und Aufstehen bis hin zur Abholung. Diese Rituale geben den Kindern einen Rahmen vor, der dennoch viele Freiräume lässt. Kinder sollen lernen, dass sie ihre Freiräume bestimmen können.
Beispiel: Ein Kind, welches wild mit Bauklötzen um sich wirft, kann nicht mehr in der Bauecke spielen. Möchte das Kind wieder in der Bauecke spielen, so wird es die Regel einhalten müssen, dass die Bauklötzen nicht herum geworfen werden. Situationsbedingt können Regeln abgeändert werden.
Es ist sehr wichtig, Kinder an die Einhaltung von Regeln zu gewöhnen und vor allem selbst Vorbild zu sein.
5.3 Die 10 Bildungsbereiche
5.3.1. Bewegung
Bewegung ist ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen. Das Spiel des Kindes ist mit Bewegung verknüpft. Sie lernen schon hier, die Welt mit allen Sinnen zu begreifen. Sie wollen Herausforderungen bewältigen und Selbstvertrauen in eigene Fähigkeiten erlangen. Das Erleben des eigenen Körpers wird gefördert.
Musik weckt Lust auf Bewegung. Das Tanzen zum Beispiel, schult Grob- und Feinmotorik gleichzeitig.
Freie Bewegungsmöglichkeiten wie klettern, laufen, turnen und toben sind sehr wichtig.
Kleinkinder üben täglich neue Bewegungsabläufe und verbessern diese.
Zur optimalen Förderung gehe ich mit den Kindern so oft wie möglich nach draußen. Die Feinmotorik trainiert sich auch besonders beim Malen, Bauen, Fädeln und z.B. dem Halten des Bestecks während des Essens.
5.3.2 Körper, Gesundheit und Ernährung
Ernährung ist für den Körper elementar. Daher ist es wichtig, dass die Kinder an ein gesundheitsbewusstes Verhalten heran geführt werden. Beim Essen lernen Kinder nicht nur koordinierte Bewegungsabläufe kennen, sondern erleben auch ganz bewusst ihren Körper, indem sie ihre eigenen Sinne entdecken. Sie schmecken, fühlen, riechen, sehen und hören.
Dieses Bewusstsein wird durch die intensive Wahrnehmung geschaffen, welche durch sinnesanregendes Spielzeug von früh auf bei den Kindern gefördert wird. Darauf folgt bewusstes Entdecken der eigenen Umwelt mit all ihren Stoffen, Materialen, Farben und Formen, was in Kindern kreative Denkprozesse freisetzt.
Gesundheitsbildung erfahren die Kinder auch durch die Grundregeln der Hygiene, wie z.B. Hände waschen, Taschentücher verwenden, witterungsgerechte Kleidung tragen usw.
5.3.3. Sprache und Kommunikation
Kinder lernen durch alltagsintegrierte Sprachförderung. Hierbei ist es wichtig, dass ich den Kindern auf Augenhöhe begegne, Blickkontakt herstelle, interessiert zuhöre, den Kindern Zeit gebe eigene Gedanken zu formulieren und Sprechpausen einräume, um sie antworten zu lassen. So wird den Kindern Freude am Sprechen vermittelt.
Im Stuhlkreis lernen wir spielerisch Reime und Lieder. Wir besprechen gemeinsam ein Buch oder erzählen frei, zu Themen, die sich an der aktuellen Jahreszeit oder ggf. an den aktuellen bzw. bevorstehenden Feiertagen orientieren.
Haben die Kinder gerade Interesse an einem Buch, so lese ich ihnen jederzeit daraus vor.
Nur wer Sprache hört, lernt auch sprechen. Vorlesen fördert außerdem die Lust auf das „selber lesen“, worin sich die Kinder nur zu gerne spielerisch üben.
Auch die begleitenden Erklärungen zur gerade ausgeübten Tätigkeit sind sehr sprachfördernd.
Das äußert sich zum Beispiel beim Aufräumen, Essen zubereiten oder Wickeln.
Auch während des Spiels erzählen und singen wir gerne.
5.3.4 Soziale und Interkulturelle Bildung
Soziale Beziehungen sind sehr wichtig für jeden Bildungsprozess. Ich begleite diese Prozesse und gebe den Kindern Sicherheit und Unterstützung. Mir ist eine Wertschätzung gegenüber anderen Kulturen, Lebensstilen und Wertvorstellungen sehr wichtig. Kinder sollen ein positives Weltbild entwickeln und sich anderen Personen offen zuwenden können.
Die Kinder in der Kindertagespflege lernen andere Kinder kennen und entwickeln soziale Kompetenz. Wir helfen, teilen, sind freundlich zueinander und achten uns. Im Miteinander lernen sie auch, aus Unstimmigkeiten entstandene Konflikte zu lösen. Die Grenzen des einzelnen Kindes müssen hierbei gewahrt bleiben.
Ich achte darauf, dass kein Kind ausgegrenzt oder körperlich angegangen wird. In normale Konflikte greife ich jedoch nur wenn nötig ein, da es für Kinder wichtig ist, eigene Lösungen zu finden. Egal, ob in der Gruppe, im Schlafzimmer oder im Garten, wir sind immer und der Gemeinschaft unterwegs. Hierzu bedarf es Rücksichtnahme unter den Kindern, was die Kleinen auch im Stuhlkreis bei verschiedenen Spielen schon erfahren.
5.3.5. Musik-Ästhetik
Lieder wirken sich auf unsere Stimmung aus. Das aktive Hören von Liedern und der eigenen Stimme während des Singens schult das Gehör und fördert Feinfühligkeit.
Mit entsprechenden Musikinstrumenten können die Kinder Musik machen und erleben.
Auch während des Spiels, je nach Bedürfnis der Kinder, singen wir gemeinsam ein bekanntes Lied.
Wir singen selbst und hören vorgespielte Lieder von CD.
Auch Lieder ohne Texte, also reine Instrumental-Musik, hören wir uns gerne an und lassen sie auf uns wirken.
Kunst gibt Kindern die Möglichkeit, sich und die eigenen Gedanken auszuprobieren, zu erleben, zu genießen und aus eigener Kraft, Kreativität und Phantasie etwas Neues zu schaffen, sei es mit Pinsel, Stift, Schere, Hand oder Fuß, Form oder Farbe.
5.3.6. Religion und Ethik
Das Kennenlernen anderer Religionen hilft Fremdes zu verstehen und einzuordnen. Dieser Bereich ist ebenso ein großer Teil der ganzheitlichen Bildung. Kindern wird durch die Vielfalt der Religionen und Kulturen die Offenheit und Akzeptanz ermöglicht.
5.3.7. Mathematische Bildung
Kinder erleben Mathematik in ihrer Lebenswelt und sind schon sehr früh daran interessiert Zahlenreihen aufzusagen oder Dinge zu zählen.
Beim Klettern, Toben und Verstecken nehmen sie verschiedene räumliche Perspektiven und geometrische Formen wahr.
5.3.8. Naturwissenschaft und Technik
Auch die Natur will in all ihren Formen, Farben und Eindrücken erlebt werden.
Sie schenkt uns Leben und Nahrung, bietet uns einen Lebensraum und stellt mit den 4 Jahreszeiten
einen immerwährenden Kreislauf dar.
Im Garten gibt es Hochbeete an denen die Kinder lernen etwas selber zu pflanzen und zu pflegen. Ich möchte, dass Kinder ein gesundes Bewusstsein für die Natur und andere Lebewesen entwickeln.
Durch Experimentieren und Forschen wird die Neugierde und der Entdeckergeist angeregt. Naturwissenschaften fordern alle Sinne heraus und helfen sich ein Bild von der Welt zu machen.
5.3.9. Ökologie
Menschen, Tiere und Pflanzen leben gemeinsam auf der Erde. Alle sind von einander abhängig, brauchen sich und stehen in Wechselbeziehung zueinander. Je früher die Kinder Erfahrung mit, über und in der Natur machen, desto nachhaltiger werden sie diese Aufgaben auch in Zukunft übernehmen.
Ich versuche die Kinder bestmöglich an die Achtsamkeit heranzuführen. Unser Nutzgarten dient als gutes Beispiel. Die Kinder lernen hier aktiv die Umwelt zu pflegen und daraus entsteht Nahrung für uns.
5.3.10. Medien
Das Angebot der Mediennutzung bedeutet nicht nur Konsum. Sondern Interaktion, Partizipation und Eigenaktivität. Kinder nutzen unterschiedliche Medien, darunter Musik und Bücher. Diese ermöglichen Wahrnehmungserfahrung.
In meiner Kindertagespflege gibt es keinen Zugang zu digitalen Medien.
5.4 Das Spiel
Das Spiel begleitet die Kinder durch den gesamten Tagesablauf. Es gibt genügend unterschiedliches Spielmaterial, welches die Kinder frei auswählen können. Ich führe die Kinder an die Spiele heran und bin ihre Spielpartnerin solange sie es wünschen. Zur rechten Zeit ziehe ich mich zurück und bin lediglich Zuschauerin.
Entwicklungsentsprechende Lernspiele, bei denen die Kinder in Ruhe an einem Tisch sitzen, können die Konzentration schulen, welche von größter Wichtigkeit für den inneren Wachstum ist. Das Kind setzt sich mit Dingen und Entscheidungen auseinander und lernt, sie zu verstehen und in sein Denken einzuordnen. Das aktive Begleiten solcher Abläufe ist enorm wichtig, da Antworten auf Fragen des Kindes oder Zustimmung sowie Lob seitens der Bezugsperson dem Kind Bestätigung geben, und es ermutigen weiter Herausforderungen in Angriff zu nehmen.
So erschließt sich dem Kind nicht nur Wissen, sondern es erlangt Selbsterkenntnis und Selbstvertrauen. Ein ebenso wichtiger und nötiger Ausgleich hierzu ist das Toben, Tanzen und Singen. Ausgelassene Fröhlichkeit baut Anspannung ab und schafft Platz für neuen Input, genauso wie ein frischer Frühlingswind das alte Laub aus dem Wald fegt und die nötige Freiheit für neues Entstehen schafft.
6 Bildungsdokumentation
Durch Beobachtungsdokumentationen wird eine Reflexion der Kinder und der eigenen pädagogischen Arbeit ermöglicht und somit eine optimale Förderung der Kinder gewährleistet.
Beim Wechsel in den Kindergarten fertige ich eine Mappe an. Diese besteht aus fachlichen Unterlagen auf Grundlage von Beller und Beller, einer grafischen Darstellung durch die Bildungsschnecke von Kornelia Schlaaf-Kirschner, Notizen, Fotos und Werken der Kinder.
7. Qualitätsentwicklung und -sicherung
Nachdem ich 2013 die Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson erfolgreich abgeschlossen habe, nehme ich im Rahmen der Qualitätssicherung regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. In der Vergangenheit habe ich z.B. an Fortbildungen zum Thema „Entspannung von Kindern“, „Picky Eating“, „Raum als Bildungsort“, „Kompetente Elterngespräche“, „ Beobachten und Dokumentieren“ und „Alltagsintegrierte Sprachförderung“ teilgenommen.
Zur Sicherung der Qualität gehört ebenso die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, jährliche Hausbesuche und viermal im Jahr ein Treffen der Kindertagespflegepersonen in Erftstadt. Darüber hinaus nehme ich an sechs Supervisionen jährlich teil. Alle zwei Jahre nehme ich an einem Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder teil.
8. Eigene Person
Mein Name ist Sonja Becker. Ich wohne in Brühl und ich bin seit 2013 qualifizierte, selbständige Kindertagespflegeperson.
Im Jahr 2011 beendete ich meine Ausbildung zur Porträtfotografin. Mir fiel schnell auf, dass mir das Arbeiten mit Kindern besondern liegt und mich glücklich macht. So entschloss ich mich im Jahr 2013 eine zusätzliche Qualifizierung zu absolvieren und wurde Kindertagespflegeperson.
Seitdem arbeitete ich in einer Großtagespflege in Brühl mit insgesamt 9 Kindern. Da es aus organisatorischen Gründen nicht mehr möglich war in unseren Räumen zu verbleiben, habe ich mich 2020 entschlossen in Erftstadt eine Einrichtung zu eröffnen und freue mich seitdem täglich auf diese Aufgabe.
9. Schlusswort
Kreativität egal in welcher Form, ob im Spiel, in der Kunst, in der Musik oder in der Natur, ist Ventil und Darstellungsplattform der eigenen Seele. Ebenso ist es sehr wichtig, dass ein Kind sich ausgiebig bewegt, um seinen Körper zu stärken und lernt, sich selbst wahrzunehmen. Die psychische und physische Gesundheit eines Kindes ist das A und O seines Lebens.
Es sollte unser wichtigstes Anliegen sein, dass Kinder Liebe, Werte und seelische, sowie körperliche Gesundheit erleben und genießen können.